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Coileinbau- und Pflegehinweise

Coileinbau- und Pflegehinweise

Nach dem Einbau möchtet Ihr gerne meine franktastischen Röllchen bewatten und in Betrieb nehmen.

Aber was muss man vor der Inbetriebnahme beachten ?

Hier möchte ich Euch ein paar Tipps an die Hand geben, die eine lange Coil-Nutzungsdauer begünstigen.

Ihr baut die Coil in Eurem Verdampfer ein. Nach erfolgreichem Einbau muss die Coil ausgeglüht werden, um eine Oberflächenspannung im Manteldraht zu beseitigen, damit der nicht zu fest aufgespulte Mantel die Gelegenheit hat, sich gleichmäßig zu setzen.

Meistens, oder manchmal garnicht (was ehr selten der Fall ist), entdeckt man schon bei niedriger Leistungszugabe Punkte im Manteldraht, die heller aufleuchten als der Rest. Hier ist die Oberflächenspannung so groß, dass sich die Leistung bündelt und daran gehindert wird, störungsfrei zur anderen Seite zu gelangen. Diese Stellen nennt man HOT SPOTS und es gilt diese zu beseitigen. Warum ?

Wenn Ihr auf Dauer die Coil mit HOT SPOT nur punktuell belastet, den Rest der Coil mit zu wenig Leistung beschickt, somit der Rest der Oberfläche für eine optimale Geschmacksentfaltung nicht genutzt wird, wird die Coil zwangsläufig viel zu früh am HOT SPOT reißen. Die Coil wird an dieser Stelle eben viel zu heiß und zu stark belastet.

Wie beseitigt man Hot Spots ?

Zum ausglühen meiner komplexen Single DL oder Dual DL Coils empfehle ich grundsätzlich schonend und pulsierend mit niedrigen Leistungen (20 - 25 Watt) ans Werk zu gehen. Meine MTL Coils werden ebenfalls zwischen 9 - 11 Watt pulsierend ausgeglüht. Je schonender Ihr mit dem Material umgeht, desto langlebiger ist die Coil am Ende auch.

Lasst Euch Zeit und seid vorsichtig.

Treibt die Coil / Coils nicht bis zur Weißglut. Ein dunkelrotes Aufleuchten reicht in der Regel um zu erkennen, ob Hot Spots vorhanden sind und ob die Coil von innen nach außen aufglüht.

Um Hot Spots zu beseitigen gibt es Hilfsmittel, die Keramikpinzette oder eine Coilbürste. Im folgenden näher beschrieben.

1. Die Keramikpinzette

Die schonendste Art und Weise Hot Spots vor Erstbenutzung zu entfernen ist die Zuhilfenahme einer Keramikpinzette. Eine Keramikpinzette sollte in jedem Selbstwickler-Haushalt nicht fehlen.

Eine Kramikpinzette hat den Vorteil, dass Ihr die Oberfläche auch feinster Manteldrähte nicht beschädigt, sofern Ihr nur leicht / sachte / vorsichtig über die Windungen streicht. Selbst wenn Ihr eine Keramikpinzette verwendet und zu kräftig drückt, kann sich der Mantel verschieben oder sogar reißen.

Die Keramikbacken dieser Pinzettentype sind NICHT STROMFÜHREND, was bedeutet, dass falls Ihr mal abrutschen solltet und Plus und Minus gleichzeitig berührt, keinen Kurzschluss hervorruft.

Nun ... alle gängigen modernen Akkuträger haben einen Kurzschlussschutz. Ist der hervorgerufene Kurzschluss, weil Ihr zum ausstreichen einen metallischen Gegenstand verwendet habt und ausgerutscht seid,  über einen gewissen Zeitraum vorhanden, schaltet sich das Gerät in aller Regel ab und quittiert euch das mit einem "Atomizer Short" oder ähnliches.

Bei der Benutzung eines metallischen Gegenstandes (die an der Spitze gebogene Zahnarztpinzette bspw.) ist beim abrutschen der Kontakt allerdings von so kurzer Dauer, dass sich ein geregelter Akkuträger meistens nicht abschaltet und die Funken fliegen. Das ist unbedingt zu vermeiden.

Interessant ist die Zurhilfenahme einer Keramikpinzette besonders dann, wenn man ältere oder mechanische Akkuträger ohne Schutzmechanismen verwendet.

Überall, wo Ihr mit Strom, Widerständen etc. umgeht gilt also... Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Sind alle Hot Spots beseitigt, wird die Coil gleichmäßig von innen nach außen aufglühen und die Watte kann eingesetzt werden.

Bei jedem Wattewechsel, können erneut Hot Spots entstehen, die man dann wieder mit der Pinzette raus streichen kann. Zudem könnt Ihr die Keramikpinzette zur Hilfe nehmen, um die Coil zu spacen oder zu einer Micro-Coil zusammenzudrücken.

2. Die Coilbürste (aus Edelstahl)

Ich nutze seit 2015 größtenteils die Coilbürste und mir ist seitdem noch nicht ein Manteldraht gerissen. Sowohl bei der Herstellung, zum ausglühen, als auch zum reinigen kommt die Coilbürste bei mir immer zum Einsatz und meine Coils halten trotz Verwendung der Bürste 3 - 30 Monate. Den aktuellen Rekord hält die Timmä Coil mit 2,5 Jahren.

Nach der Herstellung eines Strangs setze ich die Bürste, auch bei Manteldrähten mit 0,08 mm Stärke, hauchzart an und gleite sanft bei 2500 - 4000 U/min (Geschwindigkeit variiert je nach Dicke des Mantels und hier setze ich die Bürste senkrecht auf den Mantel auf) über den Manteldraht in beiden Richtungen, um eventuell vorhandene Fasern zu beseitigen. Selbst bei diesen Geschwindigkeiten verkeilten sich die Edelstahlfäden der Bürste (bei meinen Bürsten 0,12 mm stark) zumindest bei meiner Vorgehensweise noch nie im Manteldraht.

Edelstahl SS304 ist weicher als SS316, SS317, Ni80, Kanthal D, Kanthal A und Kanthal A1, aber härter als ni90. Bei Ni90 Manteldrähten setze ich zur Vorreinigung, ausstreichen der Hot Spots und zur Nachreinigung keine Bürste an.

Ich verwende Ni90, SS304, SS316, Ni80 und Kanthal A1 als Manteldrähte. Streiche ich also mit den materialbedingt weicheren Bürstenfäden und stets in einer Richtung über gennantes Material (außer Ni90) ist der Abrieb der Oberfläche bei zartem auflegen zu vernachlässigen und man erzielt trotz Verwendung eine hohe Langlebigkeit.

Beim Ausglühen halte ich die Bürste nicht senkrecht auf die Coil, sondern im ca 45 Grad Winkel schräg auf die Coil. Ich lege sie sanft auf, übe sogut wie kein Druck auf die Windungen aus und streiche je nach Manteldrahtstärke (0,08 - 0,1 mm) sehr sanft oder auch mal mit etwas mehr Druck aber immer noch sanft  (0,11 - 0,2 mm) über den Mantel.

Ist man nicht zu grobmotorisch veranlagt, geht man mit Vorsicht und nicht mit Hektik vor, ruiniert man sich auch nicht den Mateldraht.

Beim Reinigungsprozeß verwende ich ebenfalls die Bürste, aber nur dann, wenn die Coil nach Verwendung von besonders süßen oder kooladahaltigen Liquids sehr stark verkrustet / zugesetzt ist.

Ist die Coil nur leicht verschmutzt reicht ein ausglühen mit Keramikpinzette meistens aus um ein sauberes Ergebnis zu erhalten. 

Wechselt besser ein mal öfter die Watte, als zu wenig. Kontrolliert regelmäßig Eure Watte und Coil. Seid da nicht faul. Ich dampfe ausschließlich Dragon Blood. Ein Beerenmix und mische immer ein paar Tröpfchen Menthol hinzu. Meine Watte hält DL locker 2-3 Wochen aus. MTL allerdings maximal 1,5 Wochen, da das Liquid besonders bei niedrigen Leistungen die Möglichkeit hat, sich schneller auf der Coil festzusetzen um Rückstände / Krusten bilden zu können. Es mag bei meinem Liquid auch am Menthol liegen, dass sich bei Leistungen zwischen 35-90 Watt, die Coil fast von selbst reinigt, aber das ist ehr eine Vermutung und ist durch wissenschaftliche Studien NICHT BELEGT.

3. Die Abschreckmethode

Es gibt etliche Anwender und "Mitbewerber", die auf diese Methode schwören.

Ich nicht und ich möchte Euch auch erklären weshalb. Und das ist in dem Fall  kein wissenschaftlicher Humbuk.

Der starke Temperaturwechsel durch schlagartiges Abkühlen bedingt, verändert die Struktur des Metalls. Die Oberflächenstruktur verändert sich ebenfalls. Es bilden sich Risse, Furchen, das Material wird spröde bzw. brüchiger.

In der Industrie nennt man sowas "härten". Das thermische Wärmebehandlungsverfahren wird angewendet, um Bauteilen und Werkzeugen gezielt eine ausreichende Härte und Festigkeit gegenüber mechanischen Beanspruchungen zu verleihen.

Da wir bei den Temperaturen die wir verwenden (170 - 280 Grad) keine Zug-, Druck- oder Torsionsbeanspruchung zu erwarten haben, ist die Abschreckmethode völlig überflüssig. Wir haben beim Einsatz lediglich eine kaum messbare Ausdehnung durch Wärmezufuhr und ein Zusammenziehen durch abkühlen zu erwarten.

Im Endeffekt verkürzt Ihr mit dieser Methode die Lebensdauer der Coils.

Geschmacksveränderung ? Da scheiden sich die Geister. Die einen behaupten, dass keine Veränderungen vorhanden sind, die anderen behaupten, dass der Geschmack flacher wird und man mehr Leistung geben muss, damit es so schmeckt wie vorher. 

Meiner Ansicht nach ist diese Methode ein NO-GO und mehr gibt es zu dieser Methode nicht zu erwähnen. Es mag ja toll sein es zischen zu hören und vielleicht mehr Verunreinigungen beseitigen zu können, aber das bekommt man auch mit der Pinzette oder der Bürste hin

Spart das Wasser besser für's kochen oder Blumen gießen.

Moment.... steckt in dem Wort "abschrecken" nicht sogar das Wort "Schrecken" drin ? Kann nicht gut sein. KAPPA.

4. Das Ultraschallbad

Die sanfteste Methode eine Coil zu reinigen, ist die Reinigung im Ultraschallbad.

Legt einfach die Base des Verdampfers mit eingebauter Coil ohne Wattierung  in's Ultraschallbad. Es reicht ein günstiges Ultraschallbad aus dem Drogeriemarkt für 15 €.

Als Reinigungslösung zur Endreinigung meiner Coils verwende ich 60 % destilliertes Wasser + 40 % Isopropanol + einen Tropfen Spüli.

Ein Reinigungsvorgang im Ultraschallbad dauert ca 2 Minuten. Diesen Vorgang wiederholt man so lange bis die gröbsten oder sogar alle Verschmutzungen beseitigt sind. Bei mehrfacher Anwendung bemerkt Ihr auch, dass das Wasser wärmer wird. Diese Temperatur wirkt sich beim Reinigungsprozess noch mal positiv auf die Beseitigung von Rückständen aus.

Trocknet die Base gut ab, schraubt sie auf den Akkuträger auf - wenn vollständig getrocket - und gebt wenig Leistung (20 Watt) auf Eure Coil. So verdunsten Reste im inneren der Coil und Ihr seht schnell, ob noch Rückstände oder neue Hot Spots vorhanden sind. Diese kann man dann mit Hilfe der Keramikpinzette oder sanft mit der Bürste beseitigen.

Schlusswort

Es gibt auch zum Thema Coileinbau und zur Coilpflege nicht wirklich die Wunderwaffe oder ein allgemeingültiges Rezept.

Jeder hat seine Vorlieben und jeder hat seine Meinung zu den genannten Vorgehensweisen. Macht, wie Ihr es für richtig haltet und womit Ihr die besten Erfahrungen gesammelt habt, aber verurteilt oder bevormundet nicht andere, weil sie anders vorgehen.

Ich hoffe nur, dass mein kleiner Exkurs einen Beitrag dazu geleistet hat,  etwas sicherer beim Einbau und bei der Pflege vorzugehen.

Wie oben bereits erwähnt, schwöre ich auf den Einsatz der Keramikpinzette, aber auch auf die Coilbürste. Während der Nutzung sind mir beim Einsatz der Coilbürste auf die gesamte Lebensdauer meiner Coils betrachtet, keine Oberflächen- oder Gefügeveränderungen, die die Lebensdauer negativ beeinflussen könnten oder Geschmackseinbußen verursachen aufgefallen.

Deshalb wird es auch weiterhin die Bürst, selbst wenn einige "Mitbewerber" nicht nur die Bürste, sondern auch Ihre "Mitbewerber" verteufeln, die die Bürste befürworten, bei mir weiterhin als Goodie zu jeder Bestellung hinzugelegt.

Bei guter Pflege können handmade Coils bis zu 6 Monate und weit darüber hinaus halten, wenn Ihr vorsichtig / schonend / behutsam und pfleglich mit dem Material umgeht.